Geschichte

Die neue Gemeinde Dagmersellen (2006)

Auf 1. Januar 2006 haben sich die drei Gemeinden Dagmersellen, Uffikon und Buchs zur neuen Gemeinde Dagmersellen vereinigt. In einer denkwürdigen Volksabstimmung vom 28. November 2004 beschlossen die Stimmberechtigten mit sehr grosser Mehrheit diese Gemeindevereinigung. Die drei Dörfer haben ihre eigene Geschichte, die wir im Folgenden kurz beschreiben:

 

Der Ortsteil Buchs

Bereits vor bald 2000 Jahren waren im Gebiet Chammern Römer ansässig. Der Name Buchs wurde im Jahre 1180 erstmals in einer Urkunde erwähnt, damals unter der Bezeichnung "Buchis", später "Buchse". Noch vor 1365 wurde auf den Grundmauern einer frühreren Burg die erste Kapelle erbaut. Die heutige "St. Andreas-Kapelle" wurde im Jahre 1497 gebaut und gilt als eigentliches Wahrzeichen von Buchs. Bei der Restaurierung im Jahre 1984 kamen historische Funde zum Vorschein. Im Jahre 1407 kam Buchs mit der Grafschaft Willisau an die Stadt Luzern und damit zur Eidgenossenschaft. 1589 erhielt Buchs ein Twingerecht, das die gemeinsame Landnutzung und alle Gemeindeangelegenheiten regelte und ordnete. Bis zum Jahre 1809 gehörte Buchs zur Pfarrei Altishofen und erst seither zur Pfarrei Uffikon. Buchs hat ein intaktes Orts- und Landschaftsbild. Das Talgebiet liegt auf einer Meereshöhe von 509 m. Die Fläche umfasst 391 ha Land und 95 ha Wald. Auf dem Gemeindegebiet von Buchs ist ein Teil der Torfstichweiher "Chesslere". Dieser Bereich ist dem Naturschutzgebiet "Uffikoner-Buchser-Moos" unterstellt.

 Buchs.jpg

 

Der Ortsteil Uffikon

Uffikon wird im Jahre 893 erstmals urkundlich erwähnt und zwar unter der Bezeichnung "Uffinchova" (Hof des Alemannen Uffo). König Ludwig vergab damals "Uffinchova" an das Kloster St. Felix und Regula in Zürich. Um die Jahrtausendwende ging Uffikon an den Grafen von Lenzburg. 1337 verkaufte Walter von Grünenberg den Meierhof mit Kirche, Kirchenschatz, Vogtei, Zwing und Bann, Leuten und Gut für 600 Rheinische Gulden an Ulrich von Büttikon. Heinrich von Grünenberg erwarb aus dessen Familie 1406 die Besitzungen und Rechte und verkaufte diese 1406 an Peter Ottenmann, den Schultheissen von Zofingen. 1450 wurde das Besitztum an Luzern veräussert. 1173 ist erstmals die Kirche von Uffikon erwähnt, wohl eine Gründung des Grafen von Lenzburg. Seit im Jahr 1275 ein Leutpriester ernannt wurde, kann die Reihe der Pfarrer bis zur Gegenwart verfolgt werden. Uffikon zählt zu einer der ältesten Kirchgemeinden im Kanton Luzern. Das Talgebiet von Uffikon liegt auf einer Meereshöhe von 497 m, der höchste Gebietsteil befindet sich in der Wolfsgrueb bei 769 Meter. Die Fläche von Uffikon beträgt 520 ha, davon 158 ha Wald.

Uffikon.jpg

 

Der Ortsteil Dagmersellen

Dass Dagmersellen in ältester Zeit schon bewohnt war, zeigen die Funde aus der Hallstattzeit, die auf dem Chrüzhubel entdeckt wurden. Aus der Römerzeit ist eine "villa rustica" im Lerchensand nachgewiesen. Vermutlich ist sie beim Alemanneneinfall im Jahre 451 zerstört worden. An die Alemannen erinnern die ältesten Flurnamen: Dagmersellen (die Selde oder Siedlung des Tagmar), Reckenbühl (Recko), Bonsprig (Bono), Hundsweid (Huno), Chätzigen (Katzo), Griffental (Griffo). In die Geschichte tritt Dagmersellen (Tagmarsellen) im Jahre 1076 ein. Damals gehörte der grössere Teil des Dorfes den Freiherren von Wolhusen, die im Wiggertal noch andere Besitzungen hatten. Sie sicherten die Grenzen gegen das Burgunderreich mit Burgen ab. Freiherr Seliger trat als Mönch in Einsiedeln ein und vermachte dem Kloster im Finstern Wald seine Güter in Dagmersellen, Ettiswil, Wauwil und Egolzwil. 1679 gelangten die einsiedlerischen Güter an Luzern. Damit waren die luzernischen Besitzungen im nordwestlichen Kantonsteil abgerundet. 1798 erlebte Dagmersellen das Elend der militärischen Besetzung durch die Franzosen. Früher gehörte Dagmersellen zur weitverzweigten Pfarrei Altishofen. Seit dem Mittelalter stand im Dorf eine Kapelle, dem hl. Laurentius geweiht. In den Jahren 1818-1822 wurde nach den Plänen der Brüder Josef und Franz Händle die heutige Pfarrkirche in klassizistischen, spätbarocken Bauformen erbaut. Der Bau der "Centralbahn" brachte um 1855 eine grosse Veränderung in die Gegend. 1980 wurde die Autobahn A2 eröffnet.

Dagmersellen.jpg